dkon systeme GmbH

Der Blick von außen: Wertschöpfung durch den Lean & Green-Check


Die Firma dkon Metalltechnik aus Lengerich hat eine turbulente Firmengeschichte hinter sich. Nachdem das Unternehmen vor ein paar Jahren Insolvenz anmelden musste, gründete es sich im Jahr 2009 als dkon - systeme neu. Drei Bereiche ließ die Firmenleitung in diesem Zuge miteinander verschmelzen: das Handwerk, die Industrie und die Konstruktion. Im Jahr 2016 folgte zusammen mit idé Stevens aus den Niederlanden die Gründung der IDkon. Keine einfache Aufgabe. Um die Strukturen weiter zu verbessern und noch nachhaltiger zu wirtschaften, kam den Gründern von damals der Lean & Green-Check vom Netzwerk GEP gerade recht.

Ein bisschen ist Geschäftsführer Ralf Miethe der Stolz anzumerken, wenn er von den „alten Zeiten“ spricht: Die IDkon hat es geschafft und mit vereinten Kräften drei grundverschiedene Unternehmen unter einem Dach zusammengeführt. Heute entstehen in Lengerich modernste Maschinenkarosserien. Es sind Prototypen für den Druck- und Werkzeugmaschinenbereich, aber auch für Produktionsmaschinen der Lebensmittel und Pharmaindustrie. Serienanfertigungen bietet die Firma ebenfalls an. Die IDkon leistet ein umfangreiches Design Audit und bringt neue Ideen und aktuelle Trends gepaart mit technischen Sachverstand in die Entwürfe und fertigen Produkte ein.

Schnittstellen optimal gestalten

Die Verschmelzung der drei Bereiche Handwerk, Industrie und Konstruktion bringt entscheidende Vorteile mit sich: Das gesamte Fachwissen aus allen Disziplinen befruchtet sich gegenseitig, Schnittstellen können intern bestmöglich gestaltet werden. Doch obwohl das Unternehmen inzwischen schwarze Zahlen schreibt, ist der Prozess der Zusammenführung längst nicht abgeschlossen. Miethe sieht hier großes Potenzial. „Die Altlasten sind noch in den Köpfen“, sagt er. Damit ist nicht allein die Erfahrung der Insolvenz gemeint, die viele Mitarbeiter stark verunsichert hatte. Es sind alltägliche Abläufe, die sich eingeschliffen haben, obwohl sie nicht in jedem Falle sinnvoll sind. Oder Denkweisen, die sich an veralteten Strukturen orientieren. Agilität ist gefragter denn je. „Dabei geht es zum Beispiel um Arbeitswege oder die Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz“, erklärt Miethe. Die Entscheidung, außenstehende Berater ins Haus zu holen, um die eigene „Betriebsblindheit“ zu überwinden, lag für ihn nah: „Für mich ist das das optimale Mittel. Es gibt schließlich immer Bereiche, bei denen man denkt, da muss mal was passieren. Oft geschieht es im Alltag dennoch nicht. Der Blick von außen hilft, wieder Struktur in die Abläufe zu bekommen.“

Entscheidender Anstoß

Auf der Hannover Messe im April 2016 kam dann der entscheidende Anstoß, die Angelegenheit in Angriff zu nehmen. Miethe kam mit Thomas Melchert von der Handwerkskammer (HWK) Münster ins Gespräch. Die HWK ist einer von aktuell drei Projektpartnern im Netzwerk GEP. Er stellte auf der Messe den Lean & Green-Check für produzierende Unternehmen aus der Holz-, Metall- und Kunststoffbranche vor. Das Projekt richtet sich an deutsche und niederländische KMU und hat zum Ziel, in den Betrieben Prozessinnovationen anzustoßen. Konkret bedeutet das, die Produktionsabläufe nach Möglichkeit zu verschlanken, Energie und sonstige Ressourcen effizient zu nutzen und so die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig zu stärken. „Wir schicken neutrale Berater in die Unternehmen, die dann mit ihrem Expertenwissen eine wertschöpfende Analyse und konkrete Umsetzungsvorschläge liefern“, erklärt Melchert.

Vier Komponenten

Der Lean & Green-Check setzt sich dabei aus vier Komponenten zusammen: „Lean“ steht für die Verschlankung und „Green“ für den effizienten Einsatz der Ressourcen. Hinzu kommen die Bereiche „Smart Factory“ und die „Personalstruktur“. „Das Thema der Digitalisierung betrifft mittlerweile viele Prozessbereiche. Hier braucht es eine klare Strategie, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Melchert. Vier Tagwerke umfasst der Check insgesamt, davon werden zwei in den Unternehmen vor Ort verbracht, zwei weitere werden für die Ausarbeitung der Analyse und der Handlungsempfehlungen benötigt.

Betriebe, die am Lean & Green-Check teilnehmen, können bei der Maßnahme mit einer finanziellen Förderung von 50 Prozent rechnen. „Es kann sich nach der Analyse ein Umsetzungsprojekt anschließen, das zwölf Tagwerke umfasst und ebenfalls zur Hälfte gefördert wird“, erklärt Melchert. Für die Phase der Umsetzung setzt das Netzwerk GEP auf andere Berater als die, die zuvor die Analyse durchgeführt haben. Und das hat einen einfachen Grund: „Wir wollen eine neutrale Beurteilung gewährleisten und eine durch Eigeninteresse gesteuerte Empfehlungen der Berater in jedem Fall verhindern.“

Arbeitswege und Ordnung

Die IDkon aus Lengerich hat mit dem Lean & Green-Check bislang die besten Erfahrungen gemacht. „Wichtige Baustellen bei uns waren die Arbeitswege und die Ordnung am Arbeitsplatz“, sagt Miethe. Hier und auch an anderer Stelle habe man wertvolle Tipps erhalten und auch schon einiges umgesetzt. Entscheidend sei es, seine Mitarbeiter in solche Prozesse einzubeziehen. „Wir haben zum Beispiel gemeinsam eine große Werkzeugaufräumaktion gestartet. Klar ist: Wir wollen niemanden ersetzbar machen, sondern allen ihre Arbeit erleichtern. Ich denke, das haben unsere Mitarbeiter verstanden.“

Die Denkweise bei der IDkon, was ihre Strukturen betrifft, hat sich seit der Beratung grundlegend geändert. Eines jedoch war Miethe schon von vornherein klar: „Abschließen kann man so einen Prozess gar nicht. Das Wichtigste ist, dass alle mitziehen. Wenn sich Mitarbeiter wohlfühlen, ist das Produkt am Ende auch gut!“ Der Lean & Green-Check hilft dabei, die teilnehmenden Unternehmen diesem Ziel ein großes Stück näher zu bringen.

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